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Asche, Kreide, Kohle, Ruß 

 

Bei der Gründung unserer Gruppe vierhochvier waren wir uns schnell einig, dass wir uns auf die Suche nach der Geschichte der allerersten Farben machen wollten.

Es gibt eine 40.000 jährige Farbgeschichte, die für uns interessant sein wollte. Den Homo Sapiens haben Farben gleichermaßen fasziniert. Er, der noch in Höhlen lebte, schuf Werke, die wir heute als vollkommen empfinden. Es sind Darstellungen voller Fantasie, die er mit Asche, Kreide, Kohle, Ruß und auch Ocker geschaffen hat. Die Menschen uranfänglicher Zeit haben diese Stoffe als Mittel für eigene Zwecke einzusetzen vermocht, um damit ihren Vorstellungen Ausdruck zu verleihen. Sie schufen Abbilder, die noch heute Rätsel aufgeben. Schon das Zusammentragen der verschiedenfarbigen Aschen und das Sammeln von Ruß und Kohle, später das Anreiben und Anteigen der graugrünen Nuancen der Aschen erweckte eine Neugier in uns, die spannend auf den Fortgang des Bildwerdens blickte.

Asche ist der letzte Zustand der Dinge, sowohl Symbol des Vorhergehenden als auch Zeichen des Vergänglichen. Im Verlust der Form ist Asche die Spur an sich; die Spur dessen, was war. Die vielen Farbnuancen, die sich aus diesem Material gewinnen lassen, können pastos auf grundierte Leinwand oder Papier aufgetragen, beziehungsweise eingerieben werden.

Kreide ist ein weiches Gestein, das durch Ablagerung von Kalkskeletten verschiedener Meerestiere

entstanden ist. Sie eignet sich zur Grundierung oder zum satten Auftrag.

 

Kohle entsteht durch Verbrennung von verschiedenen Hölzern. Der Eigensinn des Materials bildet

den Ausgangspunkt für unsere Bildgestaltung. Kohlenstaub - mit Acrylbinder vermischt, dann in

wässriger Form oder verdickt aufgetragen - löste eine Freude zum Experimentieren aus.

 

Ruß ist eigentlich wertloser Abfall. Ruß wurde bereits von den Höhlenmenschen als Material für ihre

Abbildungen eingesetzt. Uns geht es um den Ursprung der Farben, um das Erkennen archaischer

Darstellungsmittel. Rußschwärze kann als Gegenpol zur hellen Kreidespur stehen; mit ihr kann

Verdunkelung und Schatten erzeugt werden.

 

Wir wollten mit diesen jahrtausendalten Materialien im Hier und Heute neue Bilder gestalten. Nach

gemeinsamen Maltagen, die wir in regelmäßigen Abständen durchführten, arbeitete jede Künstlerin

in ihrem Atelier weiter. Unsere Entdeckungsreise haben wir konsequent mit diesen Materialien

durchgeführt, mit denen wir unseren verschiedenen Ideen und Visionen Ausdruck verliehen haben. In dieser Ausstellung wollen wir diese „Abbilder“ unseres Verständnisses der Öffentlichkeit vorstellen - in Asche, Kohle, Kreide, Ruß...                                                                                        Ingrid Ott

 

 

  0.T., 30 x 30 cm, Asche, Kreide, Kohle, Ruß auf Papier 2011

 

 

 

0.T., 60 x 50 cm, Asche, Kreide, Kohle, Ruß auf Leinwand 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

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